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Filmkritik: The King’s Speech 9/10
Von Dennis in Film und TV, Filmkritik | keine Kommentare
“The King’s Speech”. Ein amüsanter und schöner Film im klassischen Sinne. Und trotz seiner über zwei Stunden Laufzeit, ein wirklich kurzweiliges Werk. Dementsprechend möchte ich auch meine Filmkritik kurz halten, den viel zu kritisieren gibt es nicht.
Albert, der Herzog von York (Colin Firth) und Sohn von König Georg V. hat ein Problem. Er ist ein Stotterer, von seiner schwierigen Kindheit geprägt, und als Amtsträger und Mitglied der Königsfamilie sind öffentliche Reden zum Volk der Briten für ihn schon immer zum Disaster geworden. Seine Gattin Elisabeth (Helena Bonham Carter) setzt alles daran ihrem Mann zu helfen, aber selbst die hellsten Köpfe der Sprachwissenschaft können Albert nicht heilen. Erst die unorthodoxen Methoden des Sprachtherapeuten Lionel Logue (Geoffrey Rush) scheinen bei Albert Früchte zu tragen.
“The King’s Speech” von dem bisher für die Kinoleinwand eher unbekannten Regisseur Tom Hooper, ist ein Film über Freundschaft, die Familie, die Seele und dem wohl einzig wirklichen Machtinstrument der Monarchie, der Stimme.
Das Drehbuch verdient hier fürwahr den Oscar, der Film weißt keinerlei Längen auf, ist kurzweilig, unterhaltend und insbesondere im dritten Akt, wenn es um die so wichtige Rede zum Beginn des Zweiten Weltkrieges geht, besonders spannend. Der Film lebt durch seine Charaktere, allen voran das Schauspielduo Firth/Rush welches sich gekonnt die Dialogbälle zu zuspielen weiß. Klassisches Schauspiel wie ich es schon lange vermisst habe. Helena Bonham Carter geht dabei zwar ein wenig unter, aber auch sie ist perfekt gecastet und zumindest mal wieder in einem Film zu sehen, der nicht vom Ehegatten Tim Burton stammt. Firth überzeugt durch den in der Jugend arg mitgenommenen Königssohn und eben die Stellen in dem sein Leid zum tragen kommt, gehen ebenso auch dem Zuschauer quasi “unter die Haut”. Rush ist ein wunderbarer Gegenpol, der als lockerer Australier dem Thronfolger Parolie zu bieten weiß. Auch die Zeit, in welcher der Film spielt, spielt eine dramaturgische Rolle, befindet sich die Welt doch im technischen Umbruch mit Dingen wie dem Automobil, dem Aufzug und im besonderen Fokus des Filmes, des Radios und der Aufnahmetechnik. Im Gegenzug scheinen aber die therapeutischen Methoden der Vorgänger von Logue hier immer noch sehr antiquiert, während er als erfahrener Therapeut für Kriegsvetaranen schon jetzt mit moderneren Mitteln der Psychologie arbeitet. Eben eine wunderbare Stelle, als der Herzog mit dem Modellflugzeug von Logues Sohnes spielt. Autor und Regie wissen diese Elemente gekonnt in dem Film anzuwenden.
Lange Rede, kurzer Sinn, “The King’s Speech” lege ich allen ans Herz die abseits von 3D und Action- und Effektgewitter mal wieder einen wunderbar unterhaltenden klassischen Historienfilm im Kino geniessen möchten, und dabei nebenbei auch noch etwas über die englische Geschichte erfahren möchten.
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