Dez
31

Jan’s Kolumne: Das Beste zum Schluß Teil 2

Von Dennis in Comedy, Medientrends | keine Kommentare

Da neue Jahr kommt mir riesigen Schritten auf uns zu, und so nun auch der zweite Teil von Jan’s Jahresendkolumne, diesmal zum Thema Politik und Weltherrschaft. Viel Spaß!

Wer den ersten Teil verpasst hat, diesen findet ihr hier.

´s Jahr halt

Teil 2

Der größte Teil dieses Textes stammt aus dem Oktober, nachdem ich mir eine Dokumentation über Erdölförderung angeschaut hatte. Und mit der gerade beendeten Bundestagswahl führte eins zum anderen. Da ich es aber für nicht lustig genug hielt, blieb es bis jetzt unter Verschluss.


Für eine bessere Welt

Es war Bundestagswahl. Einige werden es vielleicht mitbekommen haben, auf dem Weg in den Biergarten, als ihnen am Sonntag plötzlich Menschen aus den Schulen entgegengekommen sind.

Schön, habe ich mir so gedacht, kann ich was drüber schreiben.

Da habe ich mir also erstmal die Webseiten der Parteien angeschaut und war ob der amateurhaften Aufmachung erschrocken. Die Seite der CDU war dann noch ein kleiner Höhepunkt. Der oberste Button ist ein Spendenbutton und die ersten Worte, die Angela Merkel unaufgefordert spricht, sind welche zur Wirtschaftskrise. Da kann man gar nichts mehr parodieren, das spricht doch für sich. Was um Himmels Willen soll ich denn da noch schreiben? „Wir müssen alle den Gürtel enger schnallen, also gebt uns euer Geld“?

Politisches Kabarett ist also gar nicht so einfach. Zumal es wesentlich besseres gibt, als das was ich schreiben könnte. Warum sich also auf deutsche Provinzpolitik beschränken? Ich will höher hinaus, kosmopolitisch denken. Weltgeschichtliches schreiben. Jaaa!

Aber womit fange ich an? Mit dem Anfang am besten. Mit einer der einfachsten und ersten Lebensformen, die es gibt. Mit der Wurzel allen Übels. Mit Plankton. Ja, Plankton. Und damit meine ich nicht den knuffigen, einäugigen, größenwahnsinnigen Widersacher von Spongebob. Ich meine die Kleinstlebewesen, die ihre Leichen im Meeresboden verbuddeln und zu Erdöl werden.

Der Rest der Geschichte dürfte bekannt sein. Wir blasen das über Millionen von Jahren eingelagerte Kohlendioxid innerhalb von zweihundert Jahren in die Luft und beklagen uns über die Folgen. Wobei das so nicht ganz richtig ist. Wir blasen Kohlendioxid in die Luft und ANDERE beklagen sich über die Folgen. In erster Linie Menschen, denen es schlechter geht, als hier in Europa. Die eine Klimaveränderung in direkter Form spüren, weil sie nämlich keine Zentralheizung und keine Klimaanlage haben. Und die sofort hungern, wenn eine Ernte ausbleibt.

Kein Vergleich mit den hiesigen Landwirten, die sich ja immer beklagen, wenn mal drei Tage das gleiche Wetter herrscht. Und denen hat auch mein Vorschlag, die Monokulturen durch gemischte Felder, wie Erbsen mit Möhren oder Tomate-Basilikum zu ersetzen, nicht sonderlich gefallen.

Wohl möglich löst sich das Problem aber von selbst. Das Erdöl wird knapper. Ich weiß, das wird es schon seit dreißig Jahren, aber der Höhepunkt der Erdölförderung war bereits in den Siebzigern erreicht. Errechnet wurde das schon in den Fünfzigern. Genügend Zeit, um nach alternativen Energiequellen zu suchen, sollte man meinen. Aber das ist wohl so, wie vor einer wichtigen Klausur. Man hat zwei Monate Zeit zu lernen, wartet aber den letzten Tag ab, haut sich dann in einem wahnwitzigen 26-Stundenmarathon den Stoff in den Kopf und murkst eine mittelmäßige Prüfung hin. Deshalb mach ich mir auch keine großen Sorgen, wenn es heißt, dass man teilweise schon heute einen Liter Erdöl benötigt, um zwei Liter zu fördern. Den Menschen schon was einfallen. Eine Lösung, die IRGENDWIE funktioniert und von der man aber sagen wird: “Eigentlich war es gar nicht so schwierig. Mensch, wie toll hätte das werden können, hätten wir bloß früher damit angefangen.“

Also mache ich mir diesbezüglich keine großen Sorgen. Da sorge ich mich eher um die vielen Verkehrstoten, die das Auto nicht haben kommen hören, weil wir bald alle in Wasserstoff betriebenen Elektroautos umher fahren werden.

Wirklich beunruhigend finde ich allerdings folgendes. Vielleicht hat hier ein mancher schon einmal den Film „Tankgirl“ gesehen und erinnert sich an den Weltkonzern „Water and Power“. Oder an „Robocop“ und das Unternehmen „Omni Consumer Products“.

So was gibt es auch im richtigen Leben. Und zwar unter dem Namen „Monsanto“. Eine Firma, die so einiges auf dem Kerbholz hat. Die Produktion des im Vietnamkrieg eingesetzten Entlaubungsmittels „Agent Orange“, der trotz gerichtlichen Verbots Jahrzehnte lange Ausstoß von krebserregenden Chlorverbindungen, die Verhinderung von Umweltstudien mit Bestechungsgeldern und noch einiges mehr. „Monsanto“ hält fast alle Patente auf gentechnisch verändertes Saatgut und ein Patent auf ein Gen in Schweinen. Das Problem dabei ist, dass es auf Dauer unmöglich sein wird, eine Durchkreuzung von gentechnisch verändertem Saatgut mit normalem Saatgut zu verhindern. Das gleiche gilt für die Schweine. Da „Monsanto“ aber die Patente an den Genen hat, verklagen die alle Landwirte, deren Erzeugnisse diese Gene enthalten und das dürften in naher Zukunft wohl oder übel alle sein.

Das Ziel von „Monsanto“ ist nichts geringeres als die Kontrolle über die weltweite Nahrungs- und Futtermittelproduktion!

Ich habe eine ganze Weile gesucht, um ein wirklich böses Unternehmen hierfür zu finden, aber das übertrifft meine Erwartungen doch um ein Vielfaches. Ein Unternehmen, welches offen die Weltherrschaft erlangen will.

Und so wird die Zukunft vielleicht doch ein bisschen, wie der feuchte Traum eines jeden Nerds: Ziemlich ungewaschene Rebellen, die in dauerhafter Nacht (irgendwie wird doch immer das Sonnenlicht ausgeschaltet) gegen hochgezüchtete Supersoldaten eines Konzerns kämpfen und sich am Schluss in die Zentrale gegen einen Supercomputer oder den Übermensch durchsetzen müssen.

Wobei ich da selber ja so eine Theorie habe, nach der Krieg in der Realität gar nicht so lustig ist, wie es in den meisten Filmen suggeriert wird.

Die Frage ist also, was mir bleibt, um meinen Teil beizutragen, um eine bessere Umwelt für unsere Kinder zu hinterlassen? Veganer werden? Energiesparglühbirnen in meine Lampen drehen? Wo gleichzeitig in Dubai ein Hochhaus entsteht, welches am Tag (!) soviel Energie verbraucht, wie eine mittelgroße deutsche Stadt in einem ganzen Jahr? Einen Kasten Krombacher kaufen, mit dem ich den Regenwald rette? (O.K., DAS Opfer wäre groß, denn Krombacher schmeckt echt widerlich.) Ich weiß es nicht, zumal ich seit einiger Zeit diesbezüglich eine gewisse Ernüchterung verspüre.

Aber eines weiß ich. Das man das Internet neben dem Download von Pornovideos auch für nützliche Dinge einsetzen kann. (Ich habe es selbst schon ausprobiert.) Für irgendwas muss es doch gut sein, wenn man in Sekunden zigtausend Menschen mit Informationen versorgen kann. Beispiel gefällig? Ein 17 Jahre alter Song von „Rage against the Machine“wurde von der Internetcommunity auf Platz eins der britischen Charts gehievt, um dem ewigen Castingshow-Einheitsbrei Paroli zu bieten.

Und wenn das mit ein paar Klicks möglich ist, dann muss es doch möglich sein, noch größere Dinge zu bewegen. Aber fragt mich nicht wie, ich schreibe hier schließlich nur eine Kolumne und keinen Aufruf zum zivilen Ungehorsam. ; )

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