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Jan’s Kolumne: Das Beste zum Schluß
Von Dennis in Comedy, Medientrends | keine Kommentare
Jan’s beliebte Kolumnenreihe geht in die letzte Runde, zumindes für dieses Jahr, und da ihr ja alle zu faul zum lesen seit, hat er diese in drei passende Happen zerteilt. Teil Eins präsentiert euch mit Gedanken um das Phänomen des heutigen Radioprogrammes. Viel Spaß!
´s Jahr halt
Teil 1
Das Jahr ist fast vergangen und es wird Zeit für die letzte Kolumne diesen Jahres. Dabei möchte ich mich vielen anderen anschließen und einen, wer hätte es gedacht, Jahresrückblick präsentieren.
Jetzt wäre es aber zu leicht, einfach die Abwrackprämie oder Michael Jacksons Ableben zu kommentieren. Vielmehr will ich einen Überblick geben, über Themen, die es dieses Jahr nicht über den Äther geschafft haben. An denen ich entweder die Lust verloren habe, zu denen mir nicht ausreichend für eine eigene Kolumne einfiel, oder die mir nicht ausgereift genug erschienen. Da ich dabei keine neuen Ideen preisgeben muss, erspart mir das zum einen wertvolle Gehirnkapazität, die ich so dringend für die Feiertage zum Zocken brauche und zum anderen kann ich meine lose Datensammlung endlich auflösen.
Es haben sich im Laufe des Jahres natürlich so einige Gedankenfürze angesammelt, ich niemandem vorenthalten möchte. Zudem ist die Aufmerksamkeitsspanne im Internet bekanntermaßen recht kurz, so dass ich meiner anspruchsvollen Leserschaft dies nur häppchenweise in Form einer Trilogie präsentieren will.
Deshalb nun an dieser Stelle meine ungeschliffenen, verschollenen, nennen wir es mal „Meisterwerke“ aus den Tiefen des Fudder-Archivs.
Diese Notizen machte ich im Sommer, als ich mir ein neues Auto kaufte, das für mich nun endlich eine potente Audio-Anlage bereithielt.
Radio Gaga
Ich habe mir ein neues Auto gekauft. Neben all dem Schnickschnack, den ich bis vor Kurzem noch für völlig überflüssig gehalten habe und ohne den ich inzwischen nicht mehr leben kann, besitze ich nun ein Radio, das auch während einer Autobahnfahrt hörbar ist. Das wäre eine tolle Sache, wäre da nicht das Radioprogramm.
Auch dieses Medium finanziert sich zum großen Teil aus Werbung, die auch nicht viel nerviger ist, als anderswo. Aber die Eigenwerbung der Sender finde ich schon befremdlich.
Da wird beispielsweise mit der „meisten Musik aus den Achtzigern“ geworben. Und das mehrmals die Stunde. Das lässt darauf schließen, dass die Musik in den Achtzigern besser gewesen sein muss, als die aus anderen Jahrzehnten. Das ist natürlich in erster Linie Geschmackssache, aber es bringt ein großes Problem mit sich: Auch diese Dekade dauerte so ziemlich genau zehn Jahre, so dass die Auswahl an Stücken endlich ist. Um das abzufedern, könnte man natürlich auch weniger bekannte Songs spielen. Doch das wird nicht gemacht. Statt dessen werden die selben Stücke wieder und wieder durchgenudelt. Würde man ein unbekanntes Lied spielen wollen, müsste man vorher erstmal Bescheid geben, dass es sich hierbei um ein Lied aus den Achtzigern handelt, das aber keine Sau kennt, das ab jetzt aber trotzdem einfach mal die nächsten Wochen auf und runter läuft. Klar, dass das nicht funktionieren würde. Wer will denn ein schon damals unbekanntes Lied hören, aus einem Jahrzehnt, das den meisten Menschen heute peinlich ist? Ich frage mich also, ob die meiste Musik aus den Achtzigern wirklich ein Qualitätsmerkmal sein kann.
Anderswo wird geworben mit der besten Musik aus den Siebzigern, Achtzigern, den Neunzigern und den Zweitausendern (Ich persönlich finde ja „Nuller“ besser. Es passt zu diesem Jahrzehnt, da es in den vielen Belangen durchaus als eine Nullnummer bezeichnet werden kann. Aber ich schweife ab.). Also mit viermal so guter Musik, wie man meinen könnte. Ich meine allerdings gänzlich anders. Ich meine, die Musik von heute ist langweilig und austauschbar. Die Musik aus den Achtzigern unterscheidet sich von der heutigen Musik aber auch nur dadurch, dass die „One-Hit-Wonder“ der Achtziger wenigstens mal mindestens drei bis vier Wochen am Stück in den Charts waren und nicht stündlich wechselten. Und wenn jemand mit der Musik aus den letzten vierzig Jahren wirbt, weiß er nicht, was er so recht anbieten soll. Das erinnert mich ein bisschen an die 99-Cent-Läden, die es in fast jeder Stadt gibt. Die bieten auch jeden Kruscht an, den man irgendwie aus dem Laden tragen kann.
Als letzten Punkt habe ich noch eine Bitte an die Radioredakteure. Ich weiß, der gemeine Radiohörer will keine Experimente. Und er will das hören, was er schon immer gehört hat, weil er davon wenigstens weiß, dass es gut ist. Beim Fernsehen ist es ja nicht viel anders. Ich habe mich ja bereits damit abgefunden, dass man von den Dire Straits nur „Money For Nothing“ und „Sultans Of Swing“ zu hören bekommt.
Aber bitte, bitte, bitte mit ganz viel Zucker oben drauf, spielt nur ein einziges Mal einen Song von Frank Zappa, der nicht „Bobby Brown goes down“ heißt. Generationen wachsen heran und sterben wieder in dem Glauben, Frank Zappa hätte nur dieses eine Lied geschrieben. Des weiteren hat sich wahrscheinlich keiner von euch je den Text angehört, geschweige denn verstanden. Da wird in höchsten Tönen geschwärmt von Natursekt- und Sado-Maso-Sexpraktiken. Aber vielleicht tue ich euch auch unrecht und Ihr wisst genau, was ihr da spielt. Wohl möglich ist es eure einzige Möglichkeit, es dem anspruchslosen Publikum mal so richtig zu zeigen. All die Banausen, die Radio nur hören, weil sie es nicht ertragen können, mit ihren Gedanken alleine zu sein, die lieber eine Hintergrundbeschallung haben, als sich mal mit dem Gegenüber zu unterhalten, die ihren Fernseher brav bei der GEZ gemeldet haben, aber das Autoradio verschweigen. Und dann rächt Ihr euch, indem Ihr etwas fürchterlich Schweinisches zu spielt, ohne dass Ihr mit Beschwerdeanrufen bombardiert werdet.
Ein kluger Mensch hat einmal gesagt, Optimismus sei ein Mangel an Informationen. Und da ich keine Ahnung habe, wie es hinter den Kulissen einer Radiostation zugeht, kann ich auch weiterhin zuversichtlich sein. Und vielleicht höre ich dann zumindest einmal in meinem Leben Zappa-Songs wie „Penis Dimension“ oder „Why does it hurt when I pee?“.
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