Sep
8

Fantasy Film Fest Short Review: “District 9″ 8.5/10

Von Dennis in Film und TV, Filmkritik | keine Kommentare

Nun zu meinem letzten Review eines Filmes vom Fantasy Film Fest, zwar etwas verspätet, aber besser als nie.
War zuvor schon mit “Moon” ein Regiedebut im Zeichen des Science-Fiction auf dem FFF zu bewundern, schließt Neill Blomkamps “District 9″ als weiteres Genre- und Debuthighlight am Samstag direkt nach. Die Nachfrage und Erwartungen waren hoch, und somit waren auch hier einmal wieder die Reihen im Metropol Kino in Stuttgart voll besetzt. Hier zeigt sich das Gespür von Produzent Peter Jackson (Herr der Ringe) für gute und spannende Stoffe, den “District 9″ weiß zu gefallen.

Dieser Film kann als klassischer Heldenepos bezeichnet werden, in dem die Hauptfigur (überzeugend dargestellt von Schauspieldebutant Sharlto Copley) zu Anfang als einfacher aber ambitionierter Mitarbeiter der Alienaufsichtsbehörde “MNU”, eine groß angelegte Umsiedlungsaktion des Alienflüchtlingscamps “District 9″ leitet. Inmitten dieses Schmelztiegels nehmen die dramatischen Ereignisse ihren Lauf, die sein ganzes Leben verändern sollen und er bald zum meist gesuchten Mann der Erde mutiert (im wahrsten Sinne).

Die Story bleibt dabei einfach und ohne große Überraschungen. Auch sind viele Charaktentwicklungen und Entscheidungen der Hauptfigur nicht immer nachzuvollziehen, der Film ist recht schnell lebig und “arbeitet” die Wendungen und Entscheidungen der Figuren schnell ab. Vielleicht macht Regisseur Blomkamp hier nicht unbedingt alles richtig, aber er hat zurecht einen Erfolgshit geschaffen, der von Genrefans für Genrefans gemacht wurde.
“District 9″ gibt einem zu verstehen, dass dahinter ein ambitionerter junger Filmemacher steht, der in alter Science-Fiction Filmtradition hier ein Werk geschaffen hat, welches ein einfaches, fantastisches und vor allem ehrliches Abenteuer darstellt.

Beachtenswert ist sicherlich die Rahmenhandlung um “District 9″. Ausserirdische leben als Flüchtlinge in einem Slumgebiet nahe der südafrikanischen Stadt Johannisburg (endlich mal Ausserirdische ausserhalb der USA), und wie im damaligen Apartheitsregime Südafrikas kommt es auch hier zu Rassenkonflikte. Blomkamp nutzt bewußt diesen Punkt als Rahmenhandlung, versucht aber nicht mit einem moralisch, kritischen Zeigefinger auf dieses Gesellschaftsproblem hinzuweisen. Es stellt einfach nur eine spannende Basis für einen Sci-Fi Film dar. Und aufgrund dessen spreche ich hier auch von einem “ehrlichen” Film, ohne Schnick-Schnack und Pseudopsychologie.
Sicherlich, man kann interpretieren, dass der Mensch wieder mal das grausamste Lebewesen auf dieser Erde ist, aber Blomkamp greift nur auf was schon seit Jahrzehnten Thema im Film ist. Die Machtgier des Menschen.
Visuell interessant ist sicherlich auch der experimentelle Versuch Blomkamps, fiktionale Filmelemente mit dokumentarischen Inhalten zu vermischen. So gesehen funktioniert “District 9″ auf zwei Ebenen. Eine dokumentarische, welche durch inszenierte Interviews, Kamerabilder eines Reporterteams, Nachrichtensendungen und Bilder von Sicherheitskameras belebt ist, und die klassische fiktive Ebene.
Ich für meinen Geschmack hätte mir hier eine größere visuelle Abgrenzung gewünscht, kommt doch aufgrund der hochauflösenden bildlichen Fähigkeiten der eingesetzten “Red One” Kamera der erwartete dokumentarische Look nicht wirklich rüber. Teilweise verliert man sogar den Überblick, was ist nun szenischer Film und was “dokumentarisch”.
Nun, wie gesagt, dieser Film ist einfach und ehrlich und für einen Debutfilm in diesem Sektor wirklich sehr gut. Die Welt die Blomkamp dem Zuschauer eröffnet, zieht einen von Anfang bis Ende in seinen Bann. Dies ist sicherlich zum Teil auf die packenden Actionszenen zurückzuführen und die sehr gut ausgeführten 3D-Effekte.
Auch die drastische Gewaltdarstellung trägt zu dem Look-and-Fell des Filmes bei. Entgegen aller Gerüchte wird “District 9″ aber ungekürzt in die deutschen Kinos kommen, mit FSK16.

Mal wieder lange “geredet” ohne viel Sinn, kann ich allen Freunden von feiner actionreicher Science-Fiction Kost “District 9″ mit gutem Gewissen empfehlen. Mit einem Nachfolger kann man jetzt schon ganz sicher rechnen.

Related posts:

  1. Fantasy Filmfest Nights #08: Filmkritiken
  2. FFF Nachtrag: “District 9″ gewinnt Fresh Blood Award
  3. Fantasy Film Fest Short Review: “Moon” 7.5/10
  4. Fantasy Film Fest Short Review: “Black Dynamite” 6/10
  5. Viral Kampange und Kurzfilmvorlage: District 9

Deine Meinung ist wichtig. Hier klicken und dein Kommentar schreiben.

Keine Kommentare vorhanden.

Schreib jetzt dein Kommentar, bleib fair





  • Blog Top Liste - by TopBlogs.de
    Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen
  •