Mrz
22

Vadder Jan – Von Galileo und dem Ende der Welt

Von Dennis in Medientrends | keine Kommentare

Nach ein wenig Abstinenz von den Worten von meinem Kumpel Jan (an dem ich auch nicht ganz unschuldig bin), nun eine weitere Kolumne. Hier lernen wir zum einen, wie Jan seine Muse flauscht um Worte auf virtuelles Papier zu bringen und zum anderen, warum der dicke Jumbo aus Galilieo, unter den strengen Augen von Aggressionspotentzierer Aiman Abdallah, für das Ende der Welt verantwortlich ist (wenn sich vorher seine Leber oder sein Herz sich nicht den Kopfschuß setzen).

Hier der komplette Artikel, viel Spaß.

Fragen über Fragen

So, da habe ich den Salat. Ich darf eine Kolumne schreiben. Ganz viele tolle Ideen hatte ich dafür, alles mit Dennis abgesprochen und gleich ans Schreiben gemacht. Es wurde online gestellt und einige Menschen dies gelesen hatten, fanden es auch noch lustig.
Soweit alles prima.
Doch nun sitze ich hier mit der Erkenntnis, dass alle meine „viele“ tollen Ideen schon beim ersten mal aufgebraucht worden sind. Mit dem Erfolgsdruck der letzten Veröffentlichung und der Deadline im Nacken fühle ich mich schon jetzt wie ein Schriftsteller mit Schreibblockade.
Also habe ich mich gefragt was denn andere große Autoren getan haben, wenn sie nicht mehr wussten, was sie schreiben sollen.

Die Methode des Ernest Hemingway klingt da noch entspannt. Ein bisschen Hochseeangeln , etwas Boxsparring und ab und zu sich voll laufen lassen.

Oder die Methode nach Stephen King. Erstmal in eine unzüchtige Kleinstadt ziehen, dann angesichts dessen, dass man in einer unzüchtigen Kleinstadt wohnt, sich mehrere Jahre dem Alkohol hingeben und anschließend das erlebte in einem Erfahrungsbericht festhalten.

Gesundheitlich noch bedenklicher aber schnell erklärt: Die Charles Bukowski-Methode. Ich widme mein Leben dem Suff, muss aber jeden Abend dran denken, mit dem Kopf auf der Tastatur ein zu schlafen. Amateur-Trinker, (so nannte Bukowski in einer seiner Kurzgeschichten die Trinker, die noch nach jedem Besäufnis kotzen müssen), sollten mit dem Gedanken spielen, ihren Kopf auf einer mechanischen Schreibmaschine zu betten, da diese leichter zu reinigen ist.

Da diese Verfahren aber allesamt im Alkoholabusus enden und das nicht gutgeheißen werden kann, habe ich meine eigenen Arten entwickelt. Je nach Stimmung haben sich bei mir zwei Methoden herauskristallisiert.

Bei guter Stimmung lausche ich Walgesang und ein Projektor von Fisher Price wirft mir Sterne, Sonne und Mond an die Wand meines abgedunkelten Zimmers. Dazu reicht mir meine Freundin Kanapees und Sekt. Nicht zu vergessen das Meerschweinchen, welches ich mit einem selbstgefälligen Grinsen auf dem Arm halte und streichle.

Bei schlechter Stimmung sieht es ein wenig anders aus. Ich lasse den Soundtrack von Arielle die Meerjungfrau rückwärts aus den Boxen dröhnen, schmiere mir die Lippen mit knallrotem Lippenstift ein, sitze mit hochrotem Kopf da und streichle das Meerschweinchen. Schließlich kann es ja nichts dafür, wenn ich schlechte Laune habe.

Und wie es scheint, funktioniert das hervorragend, denn schon bricht die Eingebung über mich herein…

Pro Sieben und die Mango

Fragen gibt es viele. Da gibt es ganz spezielle, es gibt weitreichende und auf ewig unbeantwortete Fragen.
„Wie groß ist das Universum“, „Gibt es einen Gott, oder sogar mehrere?“, sind nur einige davon.
Die meisten Fragen sind doch aber in unserem Alltag verwurzelt und von Banalität nicht zu überbieten.

Wer würde bei einem Schwertkampf zwischen „Conan dem Barbaren“ und dem „Highlander“ gewinnen?
Wie haben die Leute das nach dem Sex gemacht, bevor es Taschentücher gab?
Gibt es Flaschen mit Balsamico-Essig, die nicht sabbern?
Macht es Sinn, am Tag vor der Führerscheinprüfung einen Bohneneintopf zu essen?

Auf eine Frage möchte ich aber besonders eingehen.

Was ist eigentlich mit Pro Sieben los?
Ich mein; Pro Sieben war mal echt cool. O.K. Das waren die Privatsender früher fast alle, aber bei Pro Sieben fällt es mir besonders auf. Neben Stefan Raab mit seinem großen Promi-Topfschlagen und zahlreichen Doku-Soaps ist mir besonders eine Sendung ein Dorn im Auge. Und zwar „Galileo“. Eine so genannte Infotainment-Sendung, die aber weder informiert noch besonders unterhält.
Anfangs wurde noch mit Themen wie „Wie entsteht eigentlich ein Gummibärchen?“ wenigstens annähernd das Niveau einer unterdurchschnittlichen „Sendung-mit-der-Maus-Folge“ erreicht. Es schien sich hierbei wohl um die Info-Phase gehandelt zu haben, die noch das Gehirn angesprochen hat.
Dann gab es die „Entertainment-Phase“. Sie sprach direkt den Fortpflanzungstrieb an. War aber auch O.K.. Man konnte sicher sein, in jeder Folge wenigstens ein paar Möpse zu sehen. Es wurden BH’s, natürliche Methoden zur Brustvergrößerung oder einfach nur Brüste verglichen. Es war eine schöne Zeit.

Doch die jüngste Entwicklung macht mir etwas Sorge, da nicht mehr über oder unter die Gürtellinie gezielt wird, sondern direkt darauf. Nämlich in die Magengegend. Stellt sich vorab natürlich die Frage, welche menschlichen Grundbedürfnisse als nächstes abgehandelt werden sollen, da nach der geistigen Betätigung, der Fortpflanzung und dem Essen eigentlich nur noch der Gang auf die Toilette bleibt. Doch das nur am Rande.

Da gibt es einen großen, etwas beleibteren Typen, der sich bezeichnender Weise Jumbo nennt und in Restaurants, Kantinen und Mensas nach großen Portionen sucht. Und da man mit Menschen, auf die eine laufende Kamera gerichtet wird, alles machen kann, bemühen sich die jeweiligen Köche auch immer Gerichte von absurden Ausmaßen zu liefern.
Am Schluss beißt Jumbo dann zweimal von dem 2,4 Quadratmeter-Schnitzel ab, um festzustellen, dass es sich hierbei um ein wirklich großes Schnitzel handelt.
Dass wir uns nicht falsch verstehen; ich stehe auch auf große und gerne auch übergroße Portionen und liebe es mir so richtig den Wanst voll zu schlagen. Aber eine Paella herzustellen in einer Größe, mit der man früher bei Weltrekordversuchen ein ganzes Dorf satt bekommen hat, nur um das Ding dann einmal ins Bild zu halten, geht mir dann doch zu weit.
Jetzt stelle ich mir mal einen Außerirdischen (was auch sonst) vor, der die Erde von seinem Raumschiff aus scannt. Er wird feststellen, dass knapp die Hälfte der industrialisierten Bevölkerung über gewichtig ist.
Er gleitet auf das Observationsdeck und schaut mit seinem Hydroteleskop in ein deutsches Wohnzimmer. Dort sieht er dann einen Fettsack, der fressend auf der Couch liegt und sich bei Pro Sieben einen anderen Fettsack anschaut, der durch deutsche Restaurantküchen tingelt, um einen Burger zu finden, der noch größer ist.
Spätestens dann wird er dem intergalaktischen Rat seine Zustimmung geben, die Erde in die Luft zu sprengen, um Platz für eine interplanetarische Autobahn (na, wer kennt das Buch?) zu machen.

Mit der Erkenntnis, Pro Sieben könnte am Weltuntergang Schuld sein, gibt es nur noch einen Weg dies zu verhindern. Das Wunder der Mango.
Ich habe neulich festgestellt, dass eine Reife Mango je nach Entfernung zu Ihrem Kern verschiedene Geschmacksrichtungen besitzt, die von sauer, süß, bitter bis sogar leicht salzig reichen. Zeigt man nun dem Alien dieses Wunder, sollte es sich doch von seinem Vorhaben die Erde zu zerstören, leicht davon abbringen lassen.

Und auch wir (Achtung! Moralkeule mit Druck auf die Tränendrüse) sollten trotz aller Völlerei nicht darauf verzichten, ab und an mal einfach ein Stück Obst mit all seinen Nuancen wahrzunehmeng (´tschuldigung, Tastatur glitschig vom weinen).

Sanfte Grüße
Jan

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