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Bruder Jan schreibt die Kolumne zum Sonntag

Von Dennis in Comedy, Medientrends | 1 Kommentar

Mein guter Freund Jan wird euch nun in den nächsten Wochen, Monaten, Jahren, so lange es diesen Blog hoffentlich noch geben wird, mit einer regelmäßig erscheinenden Kolumne erleuchten und vor allem amüsieren.

Jan hat einen ähnlichen kultur-medialen Hintergrund wie ich in seiner Kindheit und Jugend erfahren, die ihn bis heute geprägt hat. Also angefangen von Videospielen bis zu Filmen und Musik der 80er Jahre. Dies läßt sich auch gut in seinen Geschichten und Anekdoten erkennen.
Seine erste geistige “Niederkunft” geht um das Kolumnen schreiben an sich, um den städigen Gedanken- und Aufmerksamkeitrausch in seinem Kopf und zu guter letzt um die Modeerscheinungen in der Gastronomie, Getränke mit sexuellen Ausschweifungen zu betiteln. Ich wünsche und viel Spaß und bitte um Kommentare!

Eine Kolumne in drei Akten

1.Akt: Es ist eine Kolumne

Wow! Ich darf eine Kolumne schreiben. Ein bisschen fühle ich mich wie Carrie aus „Sex and the City“.
Oder die Tussi, die in „Prominent“ auf Vox mit dem Notebook auf dem Schoß und einen Cappuccino in der Hand das „Neueste aus der Welt der Stars und Sternchen“ verbreitet.
Das wiederum erinnert mich ein wenig an die Tante aus der Krönung Light-Werbung. Ich mein, die steht morgens auf und es ist hell. Trinkt dann in aller Seelenruhe ihren Kaffee, geht ihrer Arbeit als knallharte Journalistin nach, indem sie bohrende Fragen an Politiker stellt. Abends geht sie dann mit ihrem Lover essen und lässt sich schließlich von ihm flach legen. Was für ein Leben! Aber das nur am Rande.
Gut, dass sind jetzt natürlich Beispiele von Frauen, aber eine Kolumne zu schreiben scheint ja wohl der Traumjob für Frauen zu sein. Zumindest will es uns das Fernsehen weismachen.
Klar ist das was Tolles: Ich schreibe einfach meine Meinung zu irgendeinem Thema das nicht zu speziell ist; wie z. B. „Bodybuilding in den Südvogesen“. Und wenn ich nicht eine zu unpopuläre Meinung vertrete; wie z. B. „McCain wäre der bessere Präsident gewesen!“, werden mindestens die Hälfte der Leser sagen:“Der Mann hat Recht.“. Dies wird kommentiert und ich fühle mich ein klein wenig wichtiger auf dieser Welt. Den ich kann meine Meinung loswerden, die normalerweise keinen Menschen interessieren würde. Warum? Einfach weil es das Internet ist. Und früher oder später wird irgendjemand mehr oder weniger zufällig darauf klicken, das ist sicher
Zudem ist schreiben die einfachste Form des kreativen Seins. Besonders Singen kann ich nicht. Gitarre spiele ich zu schlecht, um irgendwas damit ausdrücken zu können. Das gleiche gilt für Malen, Ausdruckstanz und Haikus. Sport befreit mich nur von physischem Ballast. Bleibt also nur das Schreiben. Und da ich keine Ahnung von filmischer „Schreibhaftigkeit“ habe, wie Figurenentwicklung und Spannungsbögen, gibt es nur noch das zu Papier bringen meiner eigenen kleinen Gedankenwelt.

1.Akt: Es ist ein Gehirn

Tja, meine Gedankenwelt. Man ist ja dazu geneigt, zu denken, man sei anders als die anderen. Auf einer bekannten Internetplattform für Studenten las ich doch aber neulich von einer Gruppe, die sinngemäß so viel bedeutete wie, „Willkommen in meinem Kopf, in dem immer so viel los ist.“
Ich scheine also nicht der einzige zu sein, dessen Gehirn immer auf Hochtouren läuft. Der sich nicht auf ein Gespräch konzentrieren kann, weil im Hintergrund ein Lied läuft das er toll findet. Oder weil gerade ein Auto vorbeigefahren ist. Oder einfach weil man im Moment Appetit auf ein gebratenes Hähnchen hat.
Der nicht vor dem Fernseher sitzen kann, ohne mit einem Kugelschreiber herum zu hantieren und der nicht essen kann, ohne nicht gleichzeitig in einer Zeitschrift zu blättern.
Dazu kommt noch das ständige Hintergrundrauschen meines Hirns, das parallel ja auch noch verarbeitet werden muss. Es besteht aus meinem kleinen Fantasieuniversum, dass Themen wie Essen, Sex, Fantasyfilme und -geschichten, dem zwanghaften Wunsch überproportionale Muskelpakete aufzubauen, Videospiele und Heavy Metal beinhaltet. Und zwar in dieser Reihenfolge.
Es ist also nicht leicht sich auf nur eine Sache zu konzentrieren
Es gibt einfach zu viele Informationen auf der Welt, um sie alle aufzunehmen. Da hilft es auch nicht, wenn man an drei Dingen gleichzeitig herum hirnt. Aber wie soll man das seinem Unterbewusstsein klar machen?
Die Buddhisten machen es sich da einfacher; sie haben deswegen die Wiedergeburt erfunden. Die können sich ein ganzes Leben nur um einen einzigen (!) Gedanken kümmern und ihn zu ende denken, während ich ob meiner -zig Baustellen langsam den Überblick und den Bezug zur Realität zu verlieren drohe.
Das macht sich besonders dann bemerkbar, wenn man den Ereignissen eine für Außen stehende völlig unverständliche Gewichtung beimisst. Ich erinnere mich da an eine Begebenheit um 1990, als mein bester Freund freudestrahlend davon berichtete, dass er fast die ganzen Sommerferien in Südafrika verbringen wird. Ich entgegnete ihm, dass dies natürlich toll sei, aber nichts gegen die Tatsache, dass Alice Cooper himself im neuen „Nightmare on Elmstreet“ mitspielen wird. Als er daraufhin fragte, wer zum Teufel Alice Cooper sei, und warum ich der Meinung wäre, dass ihn eine Horrorreihe interessieren würde, von denen wir beide zu diesem Zeitpunkt noch keinen einzigen Film gesehen hatten, wusste ich dass ich irgendwie doch ein wenig anders bin.

3. Akt: Es ist ein Blow Job

Neulich war ich in einem Club (in den Achtzigern sagte man noch Disco) in Stuttgart und sah hinter der Bar ein an die Wand geschriebenes Angebot, dass wie folgt lautete: „Blow Job 2,50€“.
Jetzt lebe ich zwar das Leben eines Einsiedlers, was Trends betrifft, aber dass es sich hierbei um ein alkoholisches Getränk handelt war mir klar. Mein Wissen in Sachen anzüglicher Drinks beschränkte sich bisher jedoch auf „Sex on the Beach“ und „Orgasmus“.
Da ein „Blow Job“ schon recht explizit ist, dachte ich so bei mir, man könnte das ja auch auf die Spitze treiben.
Wie wäre es also mit einem „Anal Fuck“? Ich stelle mir da irgendetwas Klares mit einem Spritzer Baleys vor. Oder einen „Bukkake“, bei dem mindestens drei Barkeeper gleichzeitig das Glas befüllen. Gut macht sich sicher auch ein „Granny“ dessen Hauptzutat ein mindestens 70 Jahre alter Whisky ist. Oder einem „Tranny“, der mit einem Strohhalm und einer Pflaume serviert wird.
Mein persönlicher Favorit ist aber der „Cumshot“, den man sich einfach ins Gesicht kippt.
„Sex sells“ ist also nun wirklich fast überall angekommen. Nur auf eine Werbung für Waschmittel mit einer knapp bekleideten Frau, die als größte Sorge nicht nur die Wäsche ihrer Familie hat, warte ich noch.

Also bis bald, wo dann eine Mango eine große Rolle spielen wird.

Jan

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1. Sabine schreibt am 10. März 2009 um 16:12

ja…. ich erinnere mich an die vielen Momente, in denen der Jan halb debil grinsend, halb kichernd dasteht, während man versucht, die Einkaufsliste durchgeht, oder Pläne für den Urlaub schmieden will, oder schon im Urlaub ist……

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